Die Regel in einem Satz
Heizungen in Kraftfahrzeugen müssen einer amtlich genehmigten Bauart entsprechen. So steht es in § 22a Absatz 1 Nummer 1 StVZO. Ausgenommen sind nur elektrische Heizungen und Warmwasserheizungen, die mit dem Kühlwasser des Motors arbeiten. Eine Diesel-Luftheizung fällt nicht unter die Ausnahme.
Was mit Genehmigung gemeint ist
Für Brennstoffheizungen gilt die UN-Regelung Nr. 122, kurz R122. Sie gilt für die Fahrzeugklassen M, N und O, also auch für LKW. Seit dem 1. November 2014 hat sie die alte EU-Richtlinie 2001/56/EG abgelöst. Auf EU-Ebene führt heute die Verordnung (EU) 2019/2144 die R122 als Pflichtvorschrift für Heizanlagen.
Ein genehmigtes Heizgerät trägt ein Prüfzeichen mit Nummer. Bei der Webasto Air Top 2000 STC nennt das Datenblatt zum Beispiel die Genehmigung E1 00 0216. Steht in einem Angebot nur „ECE-konform“ ohne Nummer, lässt sich die Angabe nicht prüfen.
Wann die Betriebserlaubnis bleibt
Nach § 19 Absatz 3 StVZO bleibt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs wirksam, wenn das eingebaute Teil eine Genehmigung nach EU-Recht oder nach UN-Regelung hat und die Einschränkungen und Einbauanweisungen beachtet sind. Für die Praxis heißt das:
- Typgenehmigtes Gerät, eingebaut nach Einbauanleitung: keine Eintragung, keine Abnahme nötig. Die Einbauanleitung und die Unterlagen zum Gerät trotzdem aufheben.
- Gerät ohne Genehmigung oder abweichender Einbau: Nach § 19 Absatz 2 StVZO erlischt die Betriebserlaubnis, wenn durch die Änderung eine Gefährdung zu erwarten ist. Eine neue gibt es dann nur über die Begutachtung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen.
Manche Hersteller schreiben in ihrer Anleitung den Einbau durch einen Fachbetrieb vor. Wer selbst schrauben will, sollte das vorher nachlesen.
Die günstigen Komplettsets
Komplettsets mit 2 bis 8 kW gibt es für einen Bruchteil eines Markengeräts. Bei den Angeboten, die ich mir angesehen habe, stand in keinem eine Genehmigungsnummer nach R122. Fest im zugelassenen LKW verbaut, verstoßen sie damit gegen § 22a StVZO. Deshalb nehme ich solche Geräte nicht in die Liste auf.
Tragbare Geräte mit eingebautem Tank sind für den Einsatz im Freien gedacht, mit Abgasschlauch nach draußen. In einer geschlossenen Schlafkabine haben sie nichts verloren.
Abgas und Luft
Die R122 macht für den Einbau ein paar klare Vorgaben:
- Abgas darf nicht über Lüftung, Warmlufteinlass oder offene Fenster in den Innenraum gelangen.
- Die Verbrennungsluft darf nicht aus dem Fahrgastraum angesaugt werden.
- Die Heizluft muss aus einem sauberen Bereich kommen, der nicht durch Abgas verunreinigt werden kann.
- Der Einfüllstutzen für den Brennstoff darf nicht im Fahrgastraum liegen.
Webasto und Eberspächer schreiben in ihren Einbauanleitungen außerdem, dass die Mündung des Abgasrohrs nicht in Fahrtrichtung zeigen darf. Eberspächer verlangt eine leicht fallende Verlegung und untersagt den Betrieb in Garagen und Parkhäusern.
Tanken und Gefahrgut
Nach R122 muss am Einfüllstutzen ein Hinweis stehen, dass die Heizung vor dem Tanken abzuschalten ist. Eberspächer legt dafür einen Aufkleber bei.
Für Fahrzeuge nach ADR gelten strengere Regeln aus Anhang 9 der R122. Die Heizung darf dort nur von Hand eingeschaltet werden, ein Timer ist unzulässig. Bei FL-Fahrzeugen muss sie sich zusätzlich beim Abstellen des Motors oder beim Start einer Förderpumpe abschalten. Wer Gefahrgut fährt, klärt den Einbau am besten vorher mit dem Prüfer.
Ein CO-Melder gehört in die Koje
Kohlenmonoxid ist giftig, und man kann es weder riechen noch sehen. Die Feuerwehrverbände in NRW nennen Kopfschmerz und Übelkeit als erste Anzeichen. Im Schlaf bemerkt man beides nicht. Ein undichtes Abgasrohr oder ein durchgebrannter Wärmetauscher reicht, damit Gas in die Kabine kommt.
Für Wohnmobile, Wohnwagen und Boote gibt es eine eigene Norm: EN 50291-2. Melder mit dieser Angabe sind für den Einsatz in Fahrzeugen geprüft. CO-Melder in der Liste
Über 1500 Metern
In der Höhe ist weniger Sauerstoff in der Luft. Bei gleicher Dieselmenge wird das Gemisch zu fett, die Brennkammer verrußt und die Leistung sinkt. Hersteller lösen das unterschiedlich:
- Eberspächer Airtronic S2 passt sich laut technischer Beschreibung über einen Luftdrucksensor bis 3000 m selbst an.
- Für die älteren Airtronic D2 und D3 gibt es ein Höhenkit für 1400 bis 3500 m.
- Bei Autoterm-Geräten nennt der Fachhandel ohne Höhenkit einen Leistungsverlust ab 2000 m.
Verbrauch und Strom im Vergleich
| Gerät | Heizleistung | Diesel | Strom im Betrieb |
|---|---|---|---|
| Webasto Air Top 2000 STC | 0,9 bis 2,0 kW | 0,12 bis 0,24 l/h | 13 bis 28 W |
| Eberspächer Airtronic S2 D2L | 0,85 bis 2,2 kW | 0,10 bis 0,28 l/h | 6 bis 31 W, Start bis 100 W |
| Autoterm Air 2D | bis 2 kW | 0,10 bis 0,24 l/h | 10 bis 29 W |
Werte laut Datenblatt oder technischer Beschreibung des Herstellers.
Zur Einordnung: Bei 24 V sind 28 W gut ein Ampere. Zehn Stunden auf mittlerer Stufe kosten die Batterie also rund 10 Ah, dazu kommt der höhere Bedarf beim Start.
Quellen
- § 22a StVZO, Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile
- § 19 StVZO, Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis
- § 35c StVZO, Heizung und Belüftung
- UN-Regelung Nr. 122, EU-Fassung (Verordnung 2020/110)
- Verordnung (EU) 2019/2144, Typgenehmigung
- Eberspächer Airtronic S2, technische Beschreibung (PDF)
- Webasto Air Top 2000 STC, Datenblatt (PDF)
- Fachempfehlung Kohlenmonoxid, Feuerwehrverbände NRW (PDF)
- DIN EN 50291-2, CO-Melder für Freizeitfahrzeuge
- Höhenkit Autoterm und Planar, Tigerexped